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„Kunst ist Kunst-als-Kunst, und alles andere ist alles andere.“ Ad Reinhardt

Kunst und Künstler aus der afrikanischen und arabischen Welt.



Als ich 1986 Bonn verließ, war das Fettnäpfchen Theater, das wir als kleines Kollektiv geführt hatten, bereits geschlossen, und meine Kulturkneipe „Köller“, benannt nach meiner damaligen Freundin, noch in der Entwicklungsphase.

Der erste längere Auslandsaufenthalt führte mich nach Tunesien, wo ich, bevor ich Leiter der Friedrich-Naumann-Stiftung wurde, eine Anstellung beim Goethe-Institut Tunis fand. Im Rahmen meiner Tätigkeit dort stellte ich eine Ausstellung von 12 zeitgenössischen tunesischen Künstlern zusammen. Unser Budget erlaubte uns auch die Herstellung eines Katalogs. Diese Ausstellung, die ich zusammen mit Cecilia Muriel, meiner Nachfolgerin beim Goethe Institut kuratiert habe, tourte in der Folge durch deutsche Städte.

Dort, aber auch in den anderen Maghrebstaaten und später in Uganda und Ostafrika, lernte ich weitere Künstler kennen, und so entstand der Plan, in Paris eine Kunstgalerie unter dem Titel „Galerie Schauer pour l´art contemporaine arabo-africain“ zu eröffnen, genau gegenüber des Centre Pompidou.


Kontroversen und Institutionen im Paris der 90er


Die Wahl fiel nicht aus Zufall auf diesen Standort. Erstens war die Kunstkritik im Hinblick auf zeitgenössische afrikanische und arabische Kunst in Frankreich, und hier speziell Paris, wesentlich elaborierter als an anderen Orten, und zweitens bereitete die berühmt berüchtigte Ausstellung „Magiciens de la Terre“ des Kurators Jean-Hubert Martin 1989 im Centre Pompidou, in der Martin jeweils zur Hälfte westliche und afrikanische Künstler ausstellte, den Boden für afrikanische Kunst. Martin als damaligem Leiter des Centre Pompidou brachte diese Ausstellung jahrzehntelange Diskussionen, Ehrungen und Häme, sowie eine Strafversetzung ein.


Kurze Zeit später, im Jahr 1991, gründeten Jean Loup Pivin, Simon Njami und andere die „Revue Noir“, ein vierteljährlich erscheinendes, sehr großformatiges Hochglanzheft, mit Künstlermonografien, Genrethemen, und regionalen Schwerpunkten über afrikanische Kunst und ihre Auswirkungen in der Welt. Einige Künstler, die in dieser sensationellen Revue portraitiert wurden, konnte ich in meiner Galerie betreuen.


Die „Revue Noir“ stellte ihr Erscheinen nach 34 Ausgaben im Jahr 2002 ein. Der Verlag gibt heute noch Bücher heraus, kuratiert Ausstellungen und publiziert online. Das Format entsprach etwa dem der heute noch erscheinenden „Lettre International“.


Ebenso wichtig war die Existenz des „Institut de monde Arabe“ in Paris, deren museal gezeigte Künstler ich zum Teil bei mir galeristisch vertrat.


Zum Verhältnis von Kunst und Herkunft


Trotz all dieser vermeintlich günstigen Umstände habe ich die Galerie wegen mangelndem Erfolg nach wenigen Jahren wieder geschlossen. Bereits damals fremdelte ich mit meiner eigenen Namenskreation der Galerie.

Nach längerer Reflektion und Diskussionen mit vielen Künstlern bin ich zwar der Meinung, dass die Herkunft des Künstlers nicht vollkommen unabhängig von seinem Werk zu sehen ist, dass die Heimat und das Umfeld einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Werk haben, der künstlerische Ausdruck aber per se international und individuell ist, und deswegen die Zuschreibung eines Künstlers zu einer Region für die Bewertung des Oeuvres keine Rolle mehr spielt. Deswegen ist das Zitat in der Überschrift für mich ein Credo.


Während unseres Laufs durch Afrika haben wir uns zum Ziel gesetzt, die verschiedensten Künstler und Künstlerinnen kennen zu lernen und mit ihnen über ihre Kunst zu sprechen.






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